Warum die Anthology-Filme die Filme für Fans sind.

Als Disney die Star Wars Lizenzen gekauft hat, war der Wirbel unter den Fans groß. Wird der milliardenschwere Konzern Star Wars töten? Wird das Expanded Universe weiterleben können? Werden die neuen Filme eher wie die originale Trilogie gemacht sein oder sich an die Prequels (Episode I – III) anlehnen?

Jetzt, drei Jahre nach dem ersten Disney-Film steht für mich fest: Sie haben es hinbekommen. Star Wars lebt. Und wie es lebt! Was für mich aber auch klar geworden ist: Star Wars ist jetzt Mainstream. Und das bedeutet, dass die Filme für ein größeres Publikum funktionieren müssen. Ich glaube, dass auch deshalb die Anthology Filme – abseits der großen Trilogie-Filme – geschaffen wurden.

Was sind Anthology Filme

Einen Überblick über alle Star Wars Filme und Serien bekommt ihr hier.

Die wichtigste Unterscheidung ist jedoch diese: Es gibt einerseits die Filme der Trilogien. Die Originale-Trilogie (IV bis VI), die Prequel-Trilogie (I bis III) und die Sequel-Trilogie von Disney (VII-IX). Und es gibt andererseits Filme, die sich nicht in die Trilogien einsortieren lassen.

Diese Filme nennt man auch die Anthology-Reihe. Eine Anthologie ist laut Wikipedia:

eine Sammlung ausgewählter Texte oder Textauszüge in Buchform oder im weiteren Sinne eine themenbezogene Zusammenstellung aus literarischen, musikalischen oder grafischen Werken

Man kann die Filme aber auch einfach Spin-Offs – also Ableger – nennen. Bislang erschienen ist Rogue One. Angekündigt ist Solo. Außerdem soll ein dritter Film folgen.

Warum sind sie die Filme für die wahren Fans

Dadurch, dass die Filme beliebig im Universum eingeordnet sind, ist die Geschichte für Laien und Gelegenheits-Fans etwas schwerer nachzuvollziehen. Aber die Filme ermöglichen dadurch auch, viel tiefer in das bestehende Material einzutauchen. Perfekt für Hardcore-Fans.

Die Filme bieten mehr Worldbuilding pro Film! Wikipedia:

Worldbuilding is the process of constructing an imaginary world, sometimes associated with a whole fictional universe.

Und sie führen mehr neue Elemente in das Universum ein als die Sequel-Trilogie. Episode VII hat beispielsweise unheimlich viele Elemente einfach nur aus den alten Filmen wiederholt. Auch, wenn alles einen neuen Look hatte, haben wir viel davon schon gesehen: Eine super große Planetenzerstörer-Waffe, ein Wüstenplanet mit einem Außenseiter-Teenager, neue X-Wings, neue TIE-Fighter, …

Disney wollte mit Episode VII einfach nichts falsch machen. In Rogue One haben wir hingegen mehr neue Elemente gesehen. Mehr neue Planeten, neue Charaktere, neue Schiffe. Und auch völlig neue Konzepte, wie die Idee der Guardians of the Whills.

Außerdem verbindet Rogue One wahnsinnig viele Elemente aus den Büchern, den Serien, den Filmen und den Comics. Und das alles mit einem Look, der ganz klar der ursprünglichen Welt von Star Wars treu bleibt. Die Farm auf Lah’mu erinnert ungemein an die Feuchtfarm auf Tattooine im vierten Film – obwohl die Planeten unterschiedlicher kaum sein könnten. Der Wahnsinn!

Eine Prognose für das dritte Spin-Off

Die „Pen and Paper“-Rollenspiele von Fantasy Flight Games haben eine Sache in meinen Augen sehr gut begriffen: Star Wars bietet verschiedenste Blickwinkel auf die selbe Galaxie, die völlig andere Geschichten erzählen. Deshalb haben sie Star Wars in drei (kompatible) Spiele aufgeteilt.

Age of Rebellion ist der Name des Materials, der den Kampf zwischen dem Imperium und den Rebellen erzählt. Raumkämpfe und Militäraktionen dominieren die Stories. Ein Lichtschwert sieht man dabei selten. Edge of the Empire erzählt die Geschichten vom Rande des Universums, wo Schurken und Schmuggler versuchen, sich durchzuschlagen. Im Kern sind das Western-Geschichten. Und Force and Destiny richtet den Blick auf die Macht. Die Geschichten spielen in alten Tempeln. Menschen lernen die Macht auf verschiedenste Weise kennen.

Was Age of Rebellion ist im Kern ausmacht, das zeigt der erste Anthology-Film Rogue One. Die Welt von Edge of the Empire findet sich perfekt im zweiten Anthology-Film wieder, in Solo. Ich würde mich deshalb sehr freuen, wenn wir mit dem dritten Film einen Film bekommen, der die Macht und die uralten Geschichten um Jedi und Sith im Mittelpunkt hat.

Die Gerüchte, dass der dritte Film ein Film um die Figur Boba Fett wird, würden natürlich nicht passen. Aber lassen wir uns überraschen…

 

One thought on “Warum die Anthology-Filme die Filme für Fans sind.

  1. Die neuen Star Wars Filme haben 2 große Probleme: 1) 40 Jahre Zeitunterschied zwischen den alten und den neuesten Filmen. 40 Jahre Unterschied, aber immer noch die alte Geschichte. Das kann nun mal nicht funktionieren. 2) Das Star Wars Universum ist nicht mehr neu. George Lucas seinerzeit etwas völlig neues gebracht. Er konnte aus dem Vollen seiner Fantasie schöpfen. Dadurch sind die aktuellen Filme aber auch begrenzt. Auf diese beiden Tatsachen reagieren die Filmemacher leider immer mit einer Antwort. Sie lassen das Alte im Neuen erscheinen. Sie trauen sich nicht ohne die großen Zugpferde von damals. Sie glauben, wenn Luke, Han, Chewie, Lea oder gar Yoda drin vorkommen, hat man auch die Fans von früher mit an Board. Sie nehmen diese ausgereiften Charaktere mit ihren auserzählten Geschichten und verwursten sie alle in nun gar 2 Übergangsepisoden und meinen damit alle glücklich zu machen. Sie hätten ganz einfach eine Triologie im Star Wars Universum drehen sollen und die alten Sachen nur noch am Rand erwähnen sollen. 1000 Jahre später, oder früher. Dann wäre die große Enttäuschung ausgeblieben. Übrigens finde ich bei Star Trek genau dieselben Vorgänge. Warum mussten die neuen Filme unbedingt auf der Enterprise spielen, warum unbedingt Captain Kirk? Aus den gleichen Gründen wie oben mit ähnlichen Reaktionen.

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